Bewertung der Retourenquote im E-Commerce
Die Retourenquote ist keine Kennzahl, die sich problemlos über verschiedene Unternehmen und Branchen hinweg vergleichen lässt. Entscheidend ist vielmehr, wie stark sich Retouren auf die Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Shops auswirken.
Retouren verursachen nicht nur Versandkosten. Auch die Prüfung, Wiedereinlagerung, Aufbereitung, Rückerstattung und ein möglicher Wertverlust belasten die Marge. Laut einer EHI-Händlerbefragung aus dem Jahr 2025 liegen die Bearbeitungskosten bei 53,3 % der Händler bei bis zu 10 Euro pro retourniertem Artikel. Weitere 13,9 % kalkulieren mit bis zu 20 Euro. Gleichzeitig können 27 % der Händler ihre Retourenkosten noch nicht genau beziffern. ⁴
Ob eine Retourenquote problematisch ist, hängt deshalb vor allem vom Deckungsbeitrag ab. Die Kosten für Waren, Verpackung, Versand, Marketing, Retourenabwicklung und Gemeinkosten müssen ausreichend Spielraum für einen Gewinn lassen. Ein Vergleich der Beta-Retourenquote einzelner Produkte kann dabei helfen, besonders unprofitable Artikel und Produktgruppen zu identifizieren.

Merke:
Eine hohe Retourenquote ist nicht automatisch ein Zeichen für einen unrentablen Online Shop. Entscheidend ist, wie stark die Retouren die Marge belasten und ob der jeweilige Deckungsbeitrag die entstehenden Kosten ausgleicht.