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Erreiche das nächste Level: Gamification im E-Commerce

04. Apr 2022 06:00 | Wiederkaufrate steigern

Menschen lieben Spiele. Wenn du dich von der Konkurrenz abgrenzen und das Einkaufserlebnis deiner Kunden bereichern möchtest, ist Gamification das Richtige für dich. Der Dank bei gelungener Umsetzung: Eine bessere Kundenbindung, mehr Engagement und höhere Zufriedenheit. Hier erfährst du, was Gamification ist und wie vielfältig du spielerische Elemente einsetzen kannst. Zudem zeigen wir dir die eindeutigen Vorteile und stellen vier bekannte Beispiele vor.

 

Diese Inhalte erwarten dich in diesem Blogartikel:

Definition und Grundlegendes

So funktioniert Gamification im E-Commerce

Diese Möglichkeiten von Gamification im Online-Handel gibt es

Gamification-Mechanismen und Dynamiken

Gamification Business Value: Vier wichtige Vorteile von Spiel-Elementen im E-Commerce
Mehr Engagement
Interaktionen in sozialen Netzwerken
Verbesserung der Customer Experience
Höhere Kundenbindung

Herausforderungen beim Einsatz von Gamification im E-Commerce

Bekannte Beispiele für Gamification im E-Commerce
Seller Dashboard von eBay
Rezensionen auf TripAdvisor
Nike Run Club
Google Play Prämienprogramm

Fazit: Gamification im E-Commerce – Win-win für alle

 

Definition und Grundlegendes

Bei Gamification werden eigentlich spielfremde Kontexte wie ein Online Shop mit Spiel-Elementen bereichert. Zusätzlich zu der Möglichkeit, Waren zu erwerben, können Kunden also auch ihren Spieltrieb ausleben. Das hat positive Effekte auf die Kundenbindung, den Warenkorbwert, deine Reichweite sowie die Kundenzufriedenheit.

So funktioniert Gamification im E-Commerce

Online Shops nutzen Gamification in den meisten Fällen vor allem als Belohnung für Loyalität und erhöhen so die Kundenbindung. Dafür verwenden sie unterschiedliche Funktionen, die von einfachen Bonuspunkten und Gewinnspielzugängen bis hin zu komplexen Ranglisten und Auszeichnungen reichen können.


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Zudem gibt es viele kleine Elemente, die kaum auffallen, aber eine Form von Gamification sind. So ist beispielsweise eine Fortschrittsanzeige („Du bist bereits in diesem Level!“) für den Warenkorbabschluss ebenfalls ein Beispiel, das die Konversionsrate erhöhen kann.

Diese Möglichkeiten von Gamification im Online-Handel gibt es

Die meisten Gamification-Methoden im Online-Handel sind aus der Videospielbranche entlehnt. Dort nutzen Entwickler sie immer dann, wenn Aufgaben als monoton empfunden werden können. Spieler spüren also durch das Element den Wunsch, sie dennoch noch einmal auszuführen. Du kannst Interessenten und Kunden dadurch motivieren, erneut bei dir zu kaufen, sich für den Newsletter einzutragen oder mit deinen Inhalten zu interagieren.

Beispiele für Gamification im Online-Handel sind:

  • Ranglisten und Highscores
  • Fortschrittsbalken und Ziele
  • Virtuelle Güter oder virtuelle Währungen wie Bonuspunkte
  • Auszeichnungen
  • Versteigerungen
  • Lose und Glücksräder
  • Quizze und Suchspiele

Welche Gamification-Elemente nutzt du in deinem Online Shop bereits? Teile gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Gamification-Mechanismen und Dynamiken

Die Spielforschung ist sehr aktiv und entsprechend vielseitig sind die Theorien, die Gamification möglichst genau beschreiben wollen. Beispielhaft nennen wir hier den Ansatz von Kevin Werbach, Professor für Recht und Wirtschaftsethik an der Universität Pennsylvania und einer der populärsten Autoren zum Thema Gamification. Werbach spricht von fünf Dynamiken:

  • Beschränkungen (z. B. durch Regeln)
  • Emotionen (z. B. Neugier, Frustration oder Glück)
  • Narrative Elemente
  • Fortschritt
  • Beziehungen

Diese Dynamiken können im Spiel durch Mechaniken dargestellt werden, die wiederum auf Komponenten aufbauen. Kevin Werbach macht dabei rund ein Dutzend unterschiedliche Mechaniken aus. Ein gutes Beispiel dafür ist die Herausforderung: Sie kann durch die Komponenten Fortschrittsbalken und Aufgaben im Spiel oder Online Shop umgesetzt werden. Die zugehörige Dynamik wäre hier Fortschritt.¹

Es gibt viele Theorien zu diesem Thema. Wichtig ist, dass du weißt, welches Bedürfnis deiner Kunden du mit welchem Element erfüllst. Ist deine Zielgruppe eher sozial? Dann kann es sinnvoll sein, Elemente mit Teamwork oder gegenseitiger Hilfe zu integrieren. Ist sie eher durch das Streben nach Status geprägt? In diesem Fall könnten Auszeichnungen, Ranglisten sowie Highscores für sie gut geeignet sein.

Gamification Business Value: Vier wichtige Vorteile von Spiel-Elementen im E-Commerce

Gamification ist nicht zufällig einer der großen Trends im E-Commerce. Denn mehr Spiel-Elemente in deinem Shop haben vorteilhafte Auswirkungen auf dein Unternehmen.

Mehr Engagement

Kunden interagieren lieber mit deinem Online Shop, wenn du sie auf einer spielerischen Ebene ansprichst. Wenn sie nicht nur eine Ware kaufen, sondern dazu noch Bonuspunkte erhalten oder eine Aufgabe erfüllen, ziehst du sie tiefer in deine Produktwelt. Somit motivierst du sie zusätzlich, den Kaufprozess abzuschließen.

Interaktionen in sozialen Netzwerken

Innovative Gamification-Ideen animieren Kunden zum Teilen, Kommentieren und Liken in den sozialen Netzwerken. Das ist vor allem der Fall, wenn das Element sich auf das Bedürfnis nach Reputation oder Socializing auswirkt. Handelt es sich also um eine prestigeträchtige Auszeichnung oder können Nutzer anderen durch das Teilen des Beitrags helfen, steigt die Präsenz des eigenen Unternehmens in den sozialen Medien.

Verbesserung der Customer Experience

Gamification zielt darauf ab, die Nutzererfahrung zu verbessern. Kunden sollen ihr Einkaufserlebnis entsprechend höher bewerten, was sich wiederum positiv auf Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungsrate auswirkt.² Willst du deine Customer Experience verbessern, findest du mit Gamification also einen wirksamen Hebel.

Höhere Kundenbindung

Kunden zu verlieren, ist teuer. Mit Gamification sorgst du für eine langfristige Kundenbindung und kannst Käufer somit immer wieder neu ansprechen und motivieren. Ein allgemeiner Newsletter ist möglicherweise nervig, eine „Wasserstandsmeldung“ über Treuepunkte ist hingegen personalisiert und dadurch motivierend. Du kannst mit Gamification-Elementen also den Traffic und die Wiederkaufrate steigern, Kunden an dich binden und auf diese Weise die Customer Journey gezielt so gestalten, dass sich Kunden gerne an dein Unternehmen erinnern.

Herausforderungen beim Einsatz von Gamification im E-Commerce

Einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der Spieleentwicklung und somit auch bei der Gamification im E-Commerce ist der sogenannte „Flow“. Dabei handelt es sich um einen Zustand, bei dem ein Spieler oder Kunde entspannt ist, sich auf neue Aufgaben freut und sich nicht überfordert fühlt. Bei Gamification-Elementen in Online Shops musst du diesen Punkt berücksichtigen. Denn wenn der Kunde denkt, dass er den nächsten Meilenstein oder die höhere Auszeichnung nicht erreichen kann, ist er demotiviert. Dann laufen deine Bemühungen ins Leere und können sogar abschreckend wirken. Auf der anderen Seite dürfen die Aufgaben, die du ihnen stellst, auch nicht zu leicht sein.


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Ebenfalls eine Herausforderung: Es gibt verschiedene Spielertypen. Deswegen beachten Entwickler Personalisierung bei der Umsetzung zunehmend stärker. Ein sogenannter Shopping Stream – ein personalisierter Shoppingbereich – könnte beispielsweise um passende Gamification-Elemente für den jeweiligen Typ ergänzt werden, um zwei Trends für optimale Conversions zu kombinieren.

Dabei handelt es sich um einen für jeden Kunden individuell zusammengestellten Bereich im Online Shop, der zum Eintauchen in die eigene Produkt- und Markenwelt einlädt. Spielerische und interaktive Elemente wie das Zusammenstellen eines Produkt-Sets mit nur wenigen Klicks oder das Stöbern in Lieblingsmarken durch das Setzen von gewünschten Tags sorgen hier neben einer Service-Funktion auch für einen Unterhaltungscharakter. Dieser könnte durch den Einsatz weiterer Gamification-Elemente noch verstärkt werden.

Bekannte Beispiele für Gamification im E-Commerce

Du wirst kaum noch eine Website eines großen Unternehmens finden, die ohne Gamification auskommt. Im Folgenden stellen wir dir vier Umsetzungen großer Konzerne vor, die du möglicherweise auch aus Sicht des Kunden zu schätzen weißt.

Seller Dashboard von eBay

Im Grund basiert schon eBays Geschäftsprinzip zu einem gewissen Grad auf Gamification. Schnäppchen suchen, mit Spannung das Ende der Auktion erwarten, Glücksgefühle beim Zuschlag erhalten – bei eBay ist Kaufen ein wenig wie Spielen. Doch das Geschäftsmodell verschob sich im Laufe der Jahre von einem Anbieter von Privatauktionen zu einer Plattform mit professionellen Händlern. Um diese zu schnellem Versand und gutem Kundenservice zu motivieren, hat der Online-Riese viele Gamification-Elementen wie beispielsweise Ranglisten, Erfolge und Rewards in das Seller Dashboard integriert.

Nike Run Club

Fitness-Tracker für sich sind schon fast ein Symbol dafür, wie motivierend Gamification auf viele Menschen wirkt. Läufe absolvieren, Auszeichnungen erhalten und sich mit Freunden oder Fremden aus der ganzen Welt messen: Zahlreiche Gamification-Elemente erhöhen die Markenbindung und sorgen dafür, dass Nike seinen Kunden ständig wieder begegnet.

Challenge in der Nike Run Club App als Beispiel für Gamification im E-Commerce
In der Nike Run Club App können Nutzer an verschiedenen Challenges teilnehmen und dadurch Belohnungen freischalten
(Quelle: Screenshot aus der Nike Run Club App)

Rezensionen auf TripAdvisor

TripAdvisor ist eines der bekanntesten Beispiele für eine Online-Community, die durch Auszeichnungen und Ranglisten geprägt und somit für alle Nutzer besonders spannend ist, die durch Reputation motiviert werden. Der Austausch, das sogenannte „Socializing“, kommt hier ebenfalls nicht zu kurz: Denn Rezensionen der anderen lesen und bewerten ist ein wichtiger Zeitvertreib auf der Plattform.

Google Play Prämienprogramm

Google Play nutzt ein Treueprogramm, bei dem Nutzer durch Käufe im Rang aufsteigen können und Prämien erhalten. Darunter befindet sich auch die Möglichkeit, wöchentlich eine zufällige Anzahl an Treuepunkten zu gewinnen, die vom Stand im Prämienprogramm abhängt.

Screenshot des Google Play Prämienprogramms als Beispiel für Gamification im E-Commerce
Im Google Play Store können Kunden verschiedene Level erreichen und entsprechende Prämien erhalten (Quelle: Screenshot von play.google.com)

Fazit: Gamification im E-Commerce – Win-win für alle

Gamification-Elemente können das Engagement in deinem Online Shop und die Interaktionen in den sozialen Netzwerken erhöhen. Sie führen dazu, dass Kunden sich für ihre Loyalität belohnt fühlen. Dadurch erfahren sie auch ein verbessertes Nutzererlebnis. All dies fördert eine langfristige Kundenbindung. Gamification ist somit eine sehr wirksame Methode, mit der du die Customer Experience deines Shops einzigartig gestalten kannst – Win-win für dich und deine Kunden.

Quellen: ¹ Universität Oldenburg Fachbereich Informatik, ² ScienceDirect

 

 

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16. Mar 2020

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Daniela Ilincic

Head of Marketing

Daniela Ilincic ist als Head of Marketing bei epoq tätig. Sie kommt aus dem Digital Marketing mit den Schwerpunkten SEO und Content Marketing. Sie hat den digitalen Vertriebskanal bei epoq aufgebaut, welchen sie mit ihrem Team weiter optimiert. Neben ihrer Tätigkeit vermittelt sie gerne marktrelevante Informationen zu digitalen Themen.

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