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  • Retourenquote verringern

Online-Produktberater: Unterstütze deine Kunden bei der Produktauswahl

  • 08. Juni 2026 aktualisiert ● 23. Januar 2017 veröffentlicht
  • Sarah Birk
  • Lesezeit: 13 Min.

Wer online einkauft, kennt das Gefühl: Hunderte Produkte, ähnliche Beschreibungen, kaum Überblick. Was im stationären Handel ein Verkäufer mit wenigen gezielten Fragen löst, bleibt im Online Shop oft dem Kunden selbst überlassen. Ein Online-Produktberater schließt diese Lücke: Er unterstützt Kunden bei der Produktauswahl, reduziert Kaufabbrüche und senkt die Retourenquote. Was einen guten Online-Produktberater ausmacht und warum digitale Beratung heute wichtiger denn je ist, erfährst du in diesem Artikel.

Kundin wird in einer Apotheke von einer Mitarbeiterin beraten, die ein Produkt erklärt als Symbolbild für einen Online-Produktberater, der solche Beratungssituationen digital nachbildet.

Wieso ein Online-Produktberater sinnvoll ist

Du fragst dich, warum digitale Beratung heute so wichtig ist? Zwei Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle und beide beeinflussen das Verhalten und die Erwartungen deiner Kunden maßgeblich.

Fehlende Beratung: Die Lücke im digitalen Einkaufserlebnis

Beim Online Shopping fehlt oft das, was im stationären Handel selbstverständlich ist – jemand, der Fragen stellt, Unsicherheiten klärt und Empfehlungen gibt. Kunden stehen stattdessen vor endlosen Produktlisten und ähnlichen Beschreibungen. Die Folge: Unsicherheit, Kaufabbrüche und Retouren, weil Kunden ohne Unterstützung häufig nicht das Produkt kaufen, das wirklich zu ihnen passt.

Verändertes Suchverhalten: Von Keywords zu natürlichen Anfragen

Die Art, wie Menschen online nach Produkten suchen, hat sich verändert: Während Nutzer früher kurze Stichwörter in die Suchleiste eingaben, wie z. B. „Laufschuhe Herren” oder „Laptop 15 Zoll”, formulieren sie heute zunehmend in ganzen Sätzen und stellen konkrete Fragen: „Welche Laufschuhe eignen sich für einen Einsteiger?” oder „Ich brauche einen Laptop für Grafikdesign unter 1.500 Euro.”

Kein Wunder: Sprachassistenten, KI-Chatbots und generative Suchmaschinen haben das Nutzerverhalten geprägt. Kunden erwarten heute, dass digitale Systeme ihren Kontext verstehen und nicht einfach nur einzelne Begriffe abgleichen. Sie wollen keine endlosen Produktlisten durchscrollen, sondern eine Antwort und zu ihrem Bedarf passende Produktvorschläge.


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Diese beiden Faktoren machen deutlich: Das Suchverhalten hat sich verändert, die Bedürfnisse der Nutzer sind vielfältiger geworden und klassische Suchfunktionen ohne natürlichsprachliche Fähigkeiten stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Was Kunden heute brauchen, ist Beratung, die sich flexibel an ihr Verhalten und ihre individuellen Bedürfnisse anpasst. Genau hier liegt die Stärke eines Online-Produktberaters.

Online-Produktberater vs. Suchfunktion

Eine berechtigte Frage an dieser Stelle könnte sein: Wozu braucht mein Online Shop einen Online-Produktberater, wenn ich eine gute Suche eingebunden habe? Die Antwort darauf ist eigentlich ganz simpel: Nicht alle Kunden kommen mit denselben Voraussetzungen in deinen Shop. Wer bereits weiß, was er sucht – zum Beispiel „Nike Laufschuhe Herren Größe 44″ – kommt mit der Suchfunktion gut ans Ziel. Filter helfen beim Eingrenzen, die Onsite-Suche liefert passende Treffer. Das funktioniert gut, solange der Kunde seinen Bedarf kennt und Vorwissen mitbringt.

Anders sieht es aus, wenn jemand zwar ein Bedürfnis, aber noch kein konkretes Produkt vor Augen hat. Wer nicht weiß, welcher Laufschuh zu seinem Untergrund und Laufstil passt, wird mit einer Trefferliste allein gelassen. Genau hier greift der Online-Produktberater: Er ermittelt den Bedarf, stellt die richtigen Fragen und führt zum passenden Produkt.

Beide Ansätze bedienen dabei unterschiedliche Phasen der digitalen Customer Journey: Die Suche wirkt vor allem in der Awareness-Phase und erfüllt das Bedürfnis nach Orientierung – ideal für Nutzer, die schon wissen, wonach sie suchen. Ein Online‑Produktberater unterstützt dagegen in der Consideration-Phase, wenn Kunden ihre Optionen verstehen, vergleichen und eine Entscheidung vorbereiten wollen und erfüllt damit das Bedürfnis nach Beratung.

 

Grafik der Customer Journey mit den Phasen Awareness, Consideration, Purchase und Retention, inklusive der jeweiligen Kundenbedürfnisse.

Suche und Beratung erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse entlang der Customer Journey (Quelle: Eigene Darstellung)

 

Suche und Beratung müssen sich dabei nicht ausschließen. Moderne Shop-Lösungen kombinieren beide Ansätze an einem Einstiegspunkt – das System erkennt selbst, ob eine einfache Keyword-Suche ausreicht oder ob die Anfrage durch ein LLM zunächst interpretiert werden muss, um eine passende, beratende Antwort zu liefern.

Von Guided Selling zum AI Shopping Assistant

Online-Produktberater gibt es nicht erst seit gestern. Lange Zeit war Guided Selling der Standard bei digitaler Kaufberatung. Es führte Kunden über strukturierte Fragen und visuelle Filter Schritt für Schritt zur passenden Produktauswahl.

Mit dem Aufkommen großer Sprachmodelle (LLMs) haben sich die Möglichkeiten digitaler Beratung grundlegend erweitert. Anstelle vordefinierter Klickpfade rückt heute ein natürliches, dialogorientiertes Nutzungserlebnis in den Vordergrund, ähnlich wie in einer persönlichen Beratung und verkörpert durch moderne Lösungen wie den AI Shopping Assistant. Mehr zu dieser Entwicklung findest du in unserem Blogartikel zu Guided Selling Software 2.0.

Der Kern ist dabei derselbe geblieben: Kunden bei der Produktauswahl unterstützen, Unsicherheit abbauen und zur richtigen Kaufentscheidung führen. Was sich verändert hat, ist die Art, wie das passiert.

Dieser Wandel ist Teil eines größeren Trends: Conversational Commerce – die Idee, dass Kaufprozesse zunehmend durch echte Gespräche zwischen Kunde und Shop geprägt werden. Mehr dazu in unserem Blogartikel zu Conversational Commerce.

Der AI Shopping Assistant als moderner Online-Produktberater

Der AI Shopping Assistant ist die moderne Antwort auf diese Entwicklung: Er verbindet die Stärken klassischer Beratungssysteme mit den Möglichkeiten aktueller KI-Technologien und hebt die digitale Beratung auf ein neues Level.

In den nächsten Abschnitten schauen wir uns diese Form der digitalen Beratung genauer an.

Was einen modernen Online-Produktberater ausmacht

Ein moderner Online-Produktberater – wie ein AI Shopping Assistant – funktioniert dialogisch. Kunden tippen ihre Frage in natürlicher Sprache ein, der Assistent versteht den Kontext, stellt bei Bedarf Rückfragen und präsentiert passende Produkte. Kein starrer Klickpfad, keine vordefinierte Abfolge von Fragen, sondern ein echtes Gespräch.

Das bringt konkrete Vorteile:

  • Immer verfügbar: Beratung rund um die Uhr, ohne Wartezeiten.
  • Auch ohne Produktwissen ans Ziel: Kunden müssen keine Fachbegriffe kennen oder wissen, wonach sie suchen sollen, sie beschreiben einfach ihren Bedarf in eigenen Worten.
  • Schnellere Kaufentscheidungen: Statt sich durch lange Produktlisten und Filterkategorien zu klicken, bekommen Kunden direkt passende Vorschläge.
  • Kategorieübergreifend: Einmal integriert, funktioniert der Assistent im gesamten Sortiment, egal ob bei erklärungsbedürftigen Produkten wie der Fahrradauswahl oder bei präferenzgesteuerten Entscheidungen wie der Outfit-Kombination. Keine separate Konfiguration pro Kategorie nötig.

Wie digitale Beratung mit einem AI Shopping Assistant konkret aussieht

Der AI Shopping Assistant eignet sich für unterschiedliche Shop‑Umgebungen, unabhängig von Branche oder Produktsortiment. Die beiden folgenden Beispiele zeigen, wie digitale Beratung in verschiedenen Anwendungskontexten konkret aussehen kann.

Beispiel 1: Sommerkleidung für eine Outdoor-Hochzeit

Eine Kundin schreibt im Chat eines Fashion-Shops: „Sommerhochzeit draußen, ich schwitze schnell, nicht durchsichtig, Budget 150€”. Der AI Shopping Assistant versteht das Anliegen sowie alle genannten Kriterien, sucht gezielt luftige, atmungsaktive und elegante Sommerkleider im gewünschten Preisrahmen heraus und präsentiert sie in einer übersichtlichen, personalisierten Ergebnisliste. So wird aus einer vagen Vorstellung in Sekunden eine passgenaue Auswahl – ganz ohne langes Filtern oder Scrollen. 

Beispielhafte Darstellung eines Fashion-Shops mit aktivem AI Shopping Assistant. Der Online-Produktberater zeigt passende Kleider aus luftigen Stoffen für die Suchanfrage nach einem Outfit für eine Sommerhochzeit.

Der AI Shopping Assistant versteht komplexe, individuelle Anfragen, liefert dazu passende Produktvorschläge und stellt sinnvolle Rückfragen (Quelle: Eigene Darstellung)

Beispiel 2: Reiseapotheke für einen Campingurlaub

Ein Kunde fragt in einer Online-Apotheke: „Was benötige ich für die Reiseapotheke bei einem Campingausflug nach Korsika?” Der AI Shopping Assistant denkt mit: Er erkennt, dass Korsika viel Sonne, Mücken und potenzielle Magen-Darm-Risiken bedeutet und fragt gezielt nach, ob Kinder mitreisen. So werden die Empfehlungen noch präziser: Von Sonnencreme über Mückenschutz bis zum kompakten Erste-Hilfe-Set findet der Kunde alles, was er braucht – ohne selbst an alles denken zu müssen. 

Beispielhafte Darstellung einer Online-Apotheke mit aktivem AI Shopping Assistant. Der Online-Produktberater beantwortet die Frage „Was benötige ich für die Reiseapotheke bei einem Campingausflug nach Korsika?" und zeigt passende Produkte wie Sonnencreme, Mückenschutz-Spray und ein Erste-Hilfe-Set.

Der AI Shopping Assistant liefert zu einer natürlichsprachlichen Suchanfrage kontextbasierte Produktempfehlungen für eine Reiseapotheke (Quelle: Eigene Darstellung)

Solche Szenarien lassen sich auf viele Branchen übertragen, von Elektronik über Möbel bis hin zu DIY, Spielwaren oder B2B.

Wann sich der Einsatz eines AI Shopping Assistants lohnt

Ein AI Shopping Assistant ist grundsätzlich für jeden Online Shop sinnvoll. Besonders wirkungsvoll ist er in diesen Situationen:

  • Großes oder komplexes Sortiment: Je mehr Produkte ein Shop anbietet, desto schwieriger wird es für Kunden, den Überblick zu behalten. Hier kann ein Assistent gezielt unterstützen.
  • Erklärungsbedürftige Produkte: Bei Artikeln, bei denen Kunden ohne Fachwissen schnell überfordert sind, macht eine dialogbasierte Beratung besonders viel Sinn.
  • Hohe Kaufabbruchquote: Kunden starten den Bestellvorgang, brechen ihn aber ab – oft aus Unsicherheit. Ein Produktberater gibt die nötige Kaufsicherheit.
  • Hohe Retourenquote: Kunden kaufen, sind aber nach Erhalt der Ware unzufrieden und senden sie zurück. Ein klares Signal, dass sie beim Kauf nicht das richtige Produkt für ihren Bedarf gefunden haben.

Informationen zu Retourenquote und Kaufabbrüchen lassen sich z. B. über dein Shopsystem oder Google Analytics ermitteln.

Wie ein AI Shopping Assistant funktioniert

Ein AI Shopping Assistant fügt sich nahtlos in die gewohnte Shop-Umgebung ein, ohne das Nutzerverhalten zu unterbrechen. Die Kommunikation erfolgt in natürlicher Sprache. Der Assistent versteht dabei komplexe Anfragen, erkennt Umgangssprache und Tippfehler und passt sich dem Sprachstil des Nutzers an.

Im Hintergrund verarbeitet eine KI‑Engine die Anfragen und kombiniert die Leistungsfähigkeit großer Sprachmodelle (Large Language Models, kurz LLMs) mit shop‑spezifischen Daten wie deinem Produktkatalog, Nutzerinteraktionen und vorhandenem Domainwissen.

Darüber hinaus bietet der AI Shopping Assistant verschiedene Funktionen, die den Beratungsprozess weiter vereinfachen, beispielsweise:

  • Conversation Starter: Vorgefertigte Gesprächseinstiege decken typische Nutzungsszenarien ab und erleichtern den Einstieg in die Interaktion.
  • Content Discovery: Der Assistent findet nicht nur Produkte, sondern auch informative Inhalte wie FAQ- oder Content-Seiten.
  • Dynamische Tags: Automatisch vorgeschlagene Tags (z. B. „kurzarm“, „vegan“) beschleunigen die Produktauswahl, indem sie relevante Filteroptionen mit einem Klick verfügbar machen.

Gefundene Produkte lassen sich schließlich direkt aus der Ergebnisliste in den Warenkorb legen – ohne Medienbruch oder Kontextwechsel.


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Wie die Integration des Online-Produktberaters abläuft

Die Integration eines AI Shopping Assistants ist unkomplizierter als viele erwarten und läuft in zwei einfachen Schritten ab:

1. Wissensbasis aufbauen

Die Grundlage für die Beratung bildet dein Produktkatalog, üblicherweise im XML- oder CSV-Format. Wichtig dabei: Je hochwertiger und vollständiger die Produktdaten, desto besser die Beratungsqualität. Denn nur wenn die relevanten Eigenschaften eines Produkts sauber gepflegt sind, kann der Assistent sie gezielt für Empfehlungen nutzen. Beim Einsatz des AI Shopping Assistant wird der Produktfeed automatisch erweitert und angereichert, das reduziert deinen manuellen Aufwand erheblich.

Ergänzt wird der Produktkatalog durch Daten zum Klick- und Kaufverhalten deiner Shopkunden, die über einen Tracking Code datenschutzkonform erfasst werden. Aus dieser Kombination entsteht eine shopindividuelle Wissensbasis, die als Grundlage für wirklich personalisierte Empfehlungen dient.

Grafik einer Wissensbasis, in der Produkt- und Nutzerdaten mit LLMs und Algorithmen kombiniert werden, um digitale Beratung zu unterstützen.

Die intelligente Wissensbasis verknüpft Produkt- und Nutzerdaten mit LLMs und Algorithmen, um eine digitale Beratung zu ermöglichen (Quelle: Eigene Darstellung)

2. Integration ins Shopsystem

Im zweiten Schritt erhältst du ein div-Element als Platzhalter für das Frontend des AI Shopping Assistants und bindest es an gewünschter Stelle in dein Shopsystem ein und schon steht deinen Kunden eine personalisierte, KI-gestützte Beratung zur Verfügung, eingebettet in die gewohnte Customer Journey deines Shops.

Fazit: Fachberatung wie im stationären Handel ist auch online möglich

Ein Online-Produktberater schließt die Beratungslücke, die im Online-Handel seit jeher besteht. Digitale Beratung in Form eines Online-Produktberaters lässt sich heute unkompliziert in jeden Online Shop integrieren – kategorieübergreifend, rund um die Uhr und so natürlich, dass sie sich für den Kunden anfühlt wie ein echtes Gespräch. Wer seinen Kunden dieses Erlebnis bietet, schafft echte Kaufsicherheit und profitiert gleichzeitig von weniger Abbrüchen und Retouren.

Häufige Fragen zum Online-Produktberater

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Sarah, Junior Content Marketing Manager bei epoq
Sarah Birk
Online Marketing Manager - Content & SEO
Sarah ist als Online Marketing Manager – Content & SEO bei Epoq tätig und damit für den Content-Bereich zuständig. Ihr Tätigkeitsgebiet erstreckt sich von der Content-Planung über die -Konzeption bis hin zur -Analyse und -Optimierung der verschiedenen Content-Formate unter Berücksichtigung wichtiger SEO-Aspekte.