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  • Retourenquote verringern

Persönlicher, schneller, näher: Wie Conversational Commerce das digitale Einkaufen transformiert

  • 06. August 2025 veröffentlicht
  • Sarah Birk
  • Lesezeit: 15 Min.

Conversational Commerce zählt zu den bedeutendsten Hebeln im digitalen Handel. Dabei gewinnt er nicht nur durch die Verbreitung von Chatbots an Bedeutung, sondern vor allem durch die rasanten Fortschritte im Bereich Künstlicher Intelligenz – insbesondere bei leistungsstarken Large Language Models. Diese Technologien werten bislang starre Systeme und generische Antworten deutlich auf. Immer mehr Kunden erwarten schnelle, personalisierte und einfache Interaktionen – 24/7 und auf allen relevanten Kanälen. Mit intelligenten, dialogbasierten Lösungen verbesserst du das Einkaufserlebnis durch mehr Nähe, Vertrauen und Effizienz. So verändert Conversational Commerce nicht nur das Kaufverhalten, sondern auch die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Zielgruppen kommunizieren. In diesem Artikel zeigen wir, warum Conversational Commerce heute so viel mehr ist als simple Chatbots und welches Potenzial in den neuen, wirklich intelligenten Dialoglösungen steckt.

Beratungssituation in einem Parfum-Geschäft als bildhafte Darstellung für persönlichen, digitalen Kundendialog im Conversational Commerce.

Definition: Was ist Conversational Commerce?

Chris Messina hat Conversational Commerce im Jahr 2015 als Begriff geprägt. Mehr noch: Der frühere Developer Advocate von Google hat den innovativen Ansatz maßgeblich vorangetrieben.

Conversational Commerce meint die direkte, dialogbasierte Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden, z. B. über Chatbots, Messenger oder Shopping-Assistenten. Chatbots und ähnliche Anwendungen an sich sind zwar nicht neu, doch durch den technologischen Wandel – vor allem durch KI-basierte Systeme wie Large Language Models (z. B. ChatGPT, Gemini) – wird aus einfachen, vorgefertigten Antworten ein echtes Gespräch, das individuell auf den Nutzer eingeht und mehrere Kunden gleichzeitig bedienen kann.

Diese Entwicklung steigert die Relevanz von Conversational Commerce erheblich, da sich auch das Verhalten und die Erwartungen der Nutzer verändern: Sie wollen zunehmend in natürlicher Sprache kommunizieren und schnelle, persönliche Lösungen erhalten.

Diese Form der Kommunikation unterstützt den Kaufprozess, macht ihn einfacher, nahbarer und individueller – für beide Seiten. Kunden stellen Fragen, holen sich eine persönliche Beratung oder kaufen direkt ein, und zwar über den Kanal, der für sie am angenehmsten ist. Unternehmen treten so in direkten Austausch, bauen Vertrauen auf und können ihre Kunden bei jedem Schritt im Kaufprozess begleiten.

So kannst du ihnen beispielsweise eine digitale Kaufberatung bieten, mit der sie schnell und effizient finden, was sie suchen.

Bedeutung des Conversational Commerce für den Online-Handel

Schon ein Report aus dem Jahr 2021 von McKinsey betont, wie wichtig Conversational Commerce ist. Darin heißt es, dass 71 % der Verbraucher personalisierte Interaktionen erwarten – und 76 % frustriert sind, wenn das nicht der Fall ist. Zudem würden 40 % der schnell wachsenden Unternehmen ihre Umsätze durch Personalisierungsmaßnahmen steigern.¹

Zwar beziehen sich diese Zahlen nicht explizit auf Conversational Commerce, sie zeigen aber deutlich, welche Relevanz Personalisierung insgesamt im digitalen Handel hat und genau hier setzt Conversational Commerce an. Denn durch dialogbasierte Anwendungen wie Chatbots lassen sich personalisierte Erlebnisse besonders effizient umsetzen.

Rund 60 % der Nutzer bestätigen, dass personalisierte Empfehlungen durch Chatbots ihre Kaufentscheidung positiv beeinflussen, insbesondere wenn diese gezielt im E-Commerce oder auf Websites zum Einsatz kommen. Dadurch werden Markenbindung und Conversion Rates gesteigert. Ergänzend zeigen aktuelle Zahlen, dass 83 % der Verbraucher markentreuer sind, wenn Unternehmen Chatbots aktiv einsetzen.²⁻³

Wie stark Conversational Commerce den Online-Handel unterstützen kann, zeigen auch folgende Kennzahlen:

  • 58 % der Verbraucher schätzen besonders die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit virtueller Assistenten.⁴ Ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Servicezeiten.
  • 71 % der Kundenanfragen lassen sich durch Chatbots erfolgreich lösen, was die Zufriedenheit spürbar steigert.⁵
  • In vielen Fällen führen Chatbots zu einer durchschnittlichen Conversion-Steigerung von 23 % – im E-Commerce sind Werte bis zu 70 % möglich.²⁻³
  • Gleichzeitig können bis zu 80 % der Standardanfragen automatisiert bearbeitet werden, was den Support um bis zu 30 % entlastet.⁶

Die Verbindung von Personalisierung und Interaktion ist entscheidend, Conversational Commerce bringt beides zusammen. Durch smarte, kontextbezogene Kommunikation lassen sich Kunden nicht nur informieren, sondern gezielt beraten und schließlich zum Kauf motivieren – effizient, individuell und skalierbar.


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Ziele und Vorteile von Conversational Commerce

Je breiter das Angebot im Internet, desto wichtiger der Service. Wenn du potenzielle Kunden frühzeitig abholst und individuell unterstützt, vereinfachst und optimierst du das Erlebnis mit deiner Marke und deinem Shop und das sogar im bevorzugten Kanal. Denn Kunden wollen dort interagieren und einkaufen, wo sie sich gern und regelmäßig aufhalten – ob auf Social Media, im Messenger oder direkt im Online Shop. So verkürzt du die Wege und kannst Wünsche oder Probleme sofort – oft in Echtzeit – erkennen und bearbeiten.

Echte Dialoge schaffen Vertrauen

Beim Conversational Commerce steht der echte Dialog zwischen Unternehmen und Kunden im Mittelpunkt. Statt automatisierter Einbahnkommunikation entsteht eine persönliche Gesprächssituation, die Vertrauen schafft und die Shopping Experience personalisiert.

Kunden fühlen sich abgeholt, ernst genommen und individuell betreut. Ihre Fragen, Wünsche und auch mögliche Unsicherheiten rücken in den Fokus und werden aktiv adressiert. Beratung steht im Vordergrund – nicht der schnelle Abschluss. Wer merkt, dass seine Anliegen gehört und verstanden werden, ist zufriedener mit dem gesamten Einkaufserlebnis.

Zufriedene Kunden kommen gern zurück. Wer sich gut beraten fühlt, bleibt – ein doppelter Gewinn für beide Seiten.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick

Conversational Commerce bietet zahlreiche Vorteile – hier die wichtigsten auf einen Blick:

  • Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit: Kunden können jederzeit Fragen stellen oder Unterstützung erhalten, auch außerhalb der Geschäftszeiten.
  • Gezielte und automatisierte Beratung: Mit intelligenten Systemen lassen sich Antworten, Empfehlungen und Informationen automatisiert bereitstellen. Passgenau auf die jeweilige Situation abgestimmt.
  • Erleichterung der Kaufentscheidung: Wer schnell die richtigen Infos bekommt, trifft seine Kaufentscheidung leichter und mit einem sicheren Gefühl.
  • Steigerung der Conversion Rate: Weniger Kaufabbrüche, weil Fragen sofort geklärt und Unsicherheiten direkt adressiert werden.
  • Verringerung der Retourenquote: Eine korrekte Beratung vor dem Kauf zieht eine korrekte Erwartung an das Produkt nach sich und führt zu weniger Rücksendungen.
  • Verbesserte Customer Experience: Ein persönlicher, schneller Dialog sorgt für ein angenehmes Einkaufserlebnis und bleibt als wertvolle, positive Erinnerung zurück.
  • Stärkere Kundenbindung: Individuelle Kommunikation schafft Nähe, Vertrauen und Wiedererkennungswert. Kunden fühlen sich verstanden und kaufen gern erneut ein.

Auch interne Prozesse profitieren deutlich, vor allem mit KI-gestützten Lösungen im Conversational Commerce. Automatisierte Abläufe beschleunigen Problemlösungen, entlasten den Kundenservice und senken langfristig die Betriebskosten.

Beispiel: Mitarbeitende können per Chatbot oder Sprachbefehl Lagerbestände abrufen, ohne Systeme wechseln zu müssen. Außerdem können Assistenten auf internes Wissen zugreifen, um wiederkehrende Anfragen effizient zu beantworten und Teams im Tagesgeschäft zu entlasten.

Kanäle und APIs: Voraussetzungen für Conversational Commerce

Du hast verschiedene Optionen, wenn du Conversational Commerce in deine Prozesse integrieren möchtest. Die zentrale Frage lautet: Wo befindet sich deine Zielgruppe, über welche Kanäle kommunizieren deine potenziellen Kunden? Wenn du das weißt, kannst du die passenden Kommunikationskanäle – etwa Messaging-Dienste oder den eigenen Online Shop – gezielt bespielen und mit den nötigen technischen Schnittstellen (APIs) verbinden, um nahtlose dialogbasierte Erlebnisse zu ermöglichen.

Conversational Commerce über Messenger und soziale Netzwerke

Viele Anbieter, etwa API-Dienstleister wie Sinch oder Plattformen wie Meta, ermöglichen dialogbasierte Einkaufserlebnisse über Messenger und soziale Netzwerke. Mithilfe von APIs (Application Programming Interfaces) kannst du Systeme wie Chatbots, CRM oder Shopsysteme mit Kanälen wie WhatsApp, Facebook Messenger oder Instagram verbinden und so eine zentrale Steuerung und Verwaltung der Kommunikation ermöglichen.

Ein bekanntes Beispiel ist die WhatsApp Business API: Sie ermöglicht die automatisierte Kommunikation direkt im Messenger, etwa für Support, Bestellprozesse oder personalisierte Empfehlungen.

Anbieter wie Sinch unterstützen auch kanalübergreifende Interaktionen, z. B. über SMS, RCS oder verschiedene Meta-Dienste. So integrierst du deine bestehenden Systeme effizient und gestaltest nahtlose, KI-gestützte Kundendialoge über mehrere Kanäle hinweg.

Conversational Commerce direkt im Online Shop

Darüber hinaus bieten viele Shopsysteme mittlerweile auch direkte Integrationsmöglichkeiten für Conversational Commerce, etwa über eigene APIs oder über App Stores und Erweiterungen innerhalb der Shop-Plattform.

Bei Shopify, Magento, Salesforce Commerce Cloud oder Shopware kannst du Chatbots, Produktberatung und Messaging-Funktionen direkt im Shop einbinden. So startest du Konversationen genau dort, wo Kaufinteresse oder Beratungsbedarf entsteht – etwa im Produktlisting, im Warenkorb oder während des Checkouts. Bei Shopify lassen sich dialogbasierte Funktionen beispielsweise über native Erweiterungen oder über Drittanbieter-Apps realisieren. So kannst du flexible Lösungen nahtlos in deine bestehende Commerce-Infrastruktur einbinden.

Entscheidend ist dabei, die Kommunikation an die bevorzugten Interaktionsorte der Nutzer anzupassen. Ob direkt im Online Shop oder auf Social-Media- und Messaging-Kanälen wie WhatsApp, Facebook oder Instagram – Conversational Commerce wird so wirklich nutzerzentriert und erreicht den Kunden genau dort, wo Interesse und Bedarf entstehen.

Technologie: Wie Conversational Commerce funktioniert

Wie können intelligente, reibungslose Dialoge mit Kunden gewährleistet werden? Die Antwort liegt im Zusammenspiel verschiedener moderner Technologien – allen voran Künstliche Intelligenz (KI). KI ist dabei ein Sammelbegriff, unter dem verschiedene spezialisierte Technologien zusammengefasst werden, die gemeinsam die technische Grundlage für Conversational Commerce bilden.

Ein Überblick:

  • Künstliche Intelligenz (KI) beschreibt allgemein Systeme, die Aufgaben übernehmen, die typischerweise menschliche Intelligenz erfordern, etwa Sprache verstehen oder Entscheidungen treffen.
  • Machine Learning (ML) ist ein Teilbereich der KI. Hier lernen Systeme eigenständig aus Daten, um ihre Leistung kontinuierlich zu verbessern.
  • Deep Learning (DL) ist eine spezialisierte Methode innerhalb des Machine Learning. Auf Basis künstlicher neuronaler Netze werden hier besonders komplexe Zusammenhänge erkannt. Deep Learning ist die Grundlage für viele moderne Sprach- und Bildverarbeitungssysteme.
  • Natural Language Processing (NLP) gehört ebenfalls zur KI und ermöglicht es, menschliche Sprache – ob gesprochen oder geschrieben – zu verstehen, zu interpretieren und darauf zu reagieren.
  • Large Language Models (LLMs) sind besonders leistungsstarke KI-Modelle innerhalb des NLP-Bereichs. Sie basieren auf umfangreichen Sprachdaten und können sehr komplexe, kontextbezogene Texte generieren oder Fragen beantworten.
  • Generative KI (GenAI) ist ein übergeordneter Begriff für KI-Systeme, die neue Inhalte wie Texte, Bilder oder Empfehlungen selbstständig erzeugen können. LLMs sind ein Beispiel für Generative KI im Bereich Sprache.

Gerade im Conversational Commerce zeigt sich das Potenzial dieser Technologien: Durch NLP verstehen Systeme die natürliche Sprache in Text- oder Sprachform. LLMs wie GPT-Modelle ermöglichen besonders natürliche, flexible und kontextbezogene Dialoge. Generative KI kann auf Basis dessen sogar eigenständig Produktempfehlungen aussprechen oder komplexe Kundenanfragen bearbeiten. Und durch Machine Learning verbessern sich diese Systeme fortlaufend durch Interaktionen, Feedback und Nutzerdaten.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht die Zusammenhänge der genannten Technologien. Sie zeigt, wie die verschiedenen Bereiche der KI ineinandergreifen.

Zusammenhänge zentraler KI-Technologien, die als Grundlage für Conversational Commerce dienen (Quelle: Eigene Darstellung)


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Semantik. Nur wenn Systeme nicht bloß Schlüsselwörter erkennen, sondern den tatsächlichen Bedeutungszusammenhang hinter einer Kundenanfrage verstehen, entsteht ein wirklich hilfreicher, natürlicher Dialog. Gerade für Support oder Kaufberatung ist diese Fähigkeit entscheidend. Denn nichts frustriert Kunden mehr als unpassende oder generische Antworten.

Anwendung: AI Shopping Assistant als Einsatzmöglichkeit

Conversational Commerce kann den digitalen Einkaufsprozess an vielen Stellen unterstützen – abhängig davon, welche Kanäle deine Kunden bevorzugen und wie sie am liebsten kommunizieren. Ein AI Shopping Assistant ist dabei ein besonders innovatives und zentrales Anwendungsbeispiel, das Kunden gezielt während ihres Einkaufs begleitet und unterstützt.

Was ist der AI Shopping Assistant?

Ein AI Shopping Assistant ist eine KI-gestützte Anwendung. Sie begleitet Käufer proaktiv und unterstützt sie dabei, Produkte zu suchen, passende zu finden und eine sichere Kaufentscheidung zu treffen. Dadurch funktioniert der AI Shopping Assistant wie ein digitaler Verkaufsberater: Er stellt Fragen, schlägt vor und führt durch den Kaufprozess – direkt im Chatfenster – per Text oder Sprache.

Man kann ihn auch als moderne Weiterentwicklung des Guided Sellings verstehen. Während bisher strukturierte Prozesse im Vordergrund standen, bei denen Nutzer Schritt für Schritt Fragen beantworten oder Auswahloptionen treffen mussten, setzt der AI Shopping Assistant auf einen natürlichen, flexiblen Dialog. Er reagiert dynamisch auf individuelle Anfragen und passt sich der jeweiligen Situation an.

Um Personalisierung, Komfort und Effizienz gewinnbringend zu verknüpfen, kannst du solche KI-Assistenten als Chatbot auf deiner Website, in Messaging-Apps oder als Sprachassistent nutzen. Richtig eingesetzt können virtuelle Einkaufshelfer die Zufriedenheit und Loyalität deiner Kunden und den Umsatz deutlich erhöhen.

Der AI Shopping Assistant versteht auch komplexe Anfragen mit mehreren Kriterien und formuliert passende Empfehlungen. (Quelle: Eigene Darstellung)

Was macht den AI Shopping Assistant besonders?

Der entscheidende Vorteil eines AI Shopping Assistants liegt in seiner Fähigkeit, persönliche, kontextbezogene Gespräche zu führen – ähnlich wie in einem guten Verkaufsgespräch im stationären Handel. Möglich wird das durch die Kombination aus Kundendaten, wie Klick- und Kaufverhalten und fortschrittlichen Technologien wie Large Language Models (LLMs).

LLMs ermöglichen es dem digitalen Assistenten, natürliche, flexible Dialoge zu führen, die sich individuell an die Situation, die Vorlieben und das Verhalten des einzelnen Kunden anpassen. So entsteht keine starre Abfolge von Fragen, sondern ein echter Austausch – verständlich, dynamisch und in Echtzeit.

Das Ergebnis: Kunden erhalten personalisierte Produktempfehlungen, gezielte Unterstützung bei der Auswahl und eine rundum nahtlose Shopping Experience. Genau das steigert nicht nur den Komfort, sondern auch die Zufriedenheit, das Vertrauen und letztlich die Kaufbereitschaft.

Wichtig! So hilfreich KI und datenbasierte Technologien auch sind, bei aller Innovation gilt es, die gesetzlichen Vorgaben im Blick zu behalten. Insbesondere im Umgang mit persönlichen Daten ist die DSGVO-Konformität entscheidend. Jedes Unternehmen muss sicherstellen, dass Nutzerdaten datenschutzgerecht verarbeitet werden und alle eingesetzten Systeme transparent und nachvollziehbar agieren. Nur so lässt sich das Vertrauen der Kunden nachhaltig stärken.

Klicks und Käufe, Domainwissen, externe Daten, LLM und Produktdaten werden in einer gemeinsamen Wissensbasis zusammengeführt
und bilden die Grundlage für KI-gestützten Conversational Commerce. (Quelle: Eigene Darstellung)

Welche weiteren Anwendungsmöglichkeiten gibt es?

Der Conversational Commerce bietet neben dem AI Shopping Assistant noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, um Kunden im digitalen Einkaufsprozess zu unterstützen. Die Möglichkeiten reichen von schnellen Antworten im Chat bis hin zur Sprachsteuerung beim Einkauf.

So ist es beispielsweise möglich, per Sprachbefehl mit Alexa Produkte zu bestellen. Wer sagt „Alexa, kaufe Waschmittel“, erhält sofort passende Vorschläge, entweder basierend auf vorherigen Käufen oder ausgewählten Empfehlungen wie einem Amazon’s Choice-Produkt. Preis, Name und Lieferzeit nennt Alexa direkt mit. Bei wiederkehrenden Bestellungen greift das System bevorzugt auf bekannte Produkte zurück.

Ein weiteres Beispiel ist der Kaufabschluss über einen Messenger. Statt per E-Mail erhalten Kunden Updates zu ihrer Bestellung direkt über WhatsApp oder den Facebook Messenger. Informationen zum Versandstatus oder Lieferzeitpunkt landen damit genau dort, wo sie schnell gesehen werden. Auch Rückfragen lassen sich bequem im Chat klären, ohne Umwege über Servicehotlines oder Kundenkonten.

Use Cases und Berührungspunkte entlang der Customer Journey

Conversational Commerce macht das digitale Einkaufserlebnis menschlicher – von der Orientierung bis zum Kauf und darüber hinaus. Besonders in der Consideration-Phase spielt diese Art der digitalen Fachberatung eine zentrale Rolle: Sie nimmt Unsicherheiten, unterstützt gezielt die Entscheidungsfindung und hilft dabei, die Retourenquote zu reduzieren.

In der Consideration-Phase vergleichen potenzielle Kunden aktiv verschiedene Produkte, um eine Kaufentscheidung
vorzubereiten weshalb eine individuelle Beratung entscheidend ist. (Quelle: Eigene Darstellung)


Doch auch an anderen Touchpoints lassen sich vielfältige Anwendungsfelder für Conversational Commerce identifizieren – vom Erstkontakt bis zum After-Sales-Service. Entlang der Customer Journey lassen sich die Einsatzmöglichkeiten wie folgt einordnen:

Awareness

In der Awareness-Phase unterstützen Conversational-Commerce-Lösungen beispielsweise bei der Produktsuche und helfen dabei, erste Informationen bereitzustellen oder das Interesse potenzieller Kunden durch gezielte, personalisierte Ansprache zu wecken.

Consideration

Sobald sich die Kaufabsicht konkretisiert, greifen diese Systeme in der Consideration-Phase: Hier bieten sie gezielte Produktberatung, schlagen passende personalisierte Angebote vor oder ermöglichen Terminbuchungen und Vorbestellungen, um den Entscheidungsprozess zu vereinfachen.

Purchase

In der Purchase-Phase sorgen Chatbots, Shopping-Assistenten und Co. für einen reibungslosen Ablauf, indem sie den Bestellprozess begleiten, beim Kaufabschluss unterstützen oder proaktiv über Versand- und Lieferinformationen informieren. Außerdem können sie durch gezielte Produktempfehlungen und Cross-Selling-Angebote den Warenkorbwert erhöhen und zusätzliche Bedürfnisse der Kundschaft aufgreifen.

Retention

Nach dem Kauf endet der Einsatz von Conversational Commerce längst nicht – in der Retention-Phase stärken intelligente Dialogsysteme die Kundenbindung, indem sie schnellen Kundenservice und Support bieten, bei Retouren und Reklamationen helfen, Feedback einholen oder gezielte Maßnahmen zur Kundenzufriedenheit und Reaktivierung einleiten.

So begleitet Conversational Commerce Shopkunden an jedem Touchpoint entlang der gesamten Journey – effizient, persönlich und genau dort, wo sie es erwarten.

Die nachfolgende Tabelle fasst die zuvor beschriebenen Use Cases entlang der Customer Journey noch einmal übersichtlich zusammen.

Phase Anwendungsbeispiele
Awareness Produktsuche
Marketing & erste Ansprache
Consideration Produktberatung
Personalisierte Angebote & Upselling
Terminbuchungen & Vorbestellungen
Purchase Bestellprozess & Kaufabschluss
Versand- & Lieferinformationen
Empfehlungen & Cross Selling
Retention Kundenservice & Support
Retouren & Reklamationen
Feedback & Kundenzufriedenheit
Marketing & Reaktivierung

Wohin geht der Trend im Conversational Commerce?

Conversational Commerce entwickelt sich stetig und rasant weiter. Umso wichtiger ist es, dass du auf dem Laufenden bleibst, um keine innovativen Technologien und Nutzungsmöglichkeiten zu verpassen. Diese Entwicklungen zeigen, wohin die Reise geht:

  • Omnichannel-Dialoge: Kunden erwarten ein konsistentes Erlebnis. Egal, welchen Kanal sie gerade nutzen. Deshalb wird es immer wichtiger, eine nahtlose Kommunikation über mehrere Touchpoints hinweg zu ermöglichen, bei der keine Informationen verloren gehen und der Kontext erhalten bleibt.
  • Voice Commerce: Kunden möchten nicht mehr nur tippen, sondern auch bequem, freihändig und intuitiv per Sprachbefehl recherchieren und einkaufen. Das erleichtert nicht nur die Nutzung, sondern erhöht auch die Barrierefreiheit.
  • Hyperpersonalisierung durch KI: Die Ansprüche an Relevanz und Individualität steigen. Künstliche Intelligenz ermöglicht es dir, das Nutzerverhalten in Echtzeit zu analysieren und Angebote sowie Inhalte bereitzustellen, die exakt auf die jeweiligen Interessen, Vorlieben und Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Während die verschiedene Entwicklungen zeigen, wohin der Trend geht, ist Mobile Commerce längst zur Grundvoraussetzung geworden. Conversational Interfaces müssen daher unbedingt für mobile Einkaufsumgebungen konzipiert sein. Da die meisten Kunden unterwegs shoppen, sind spontane, kontextbezogene Käufe per Smartphone längst Alltag. Wer hier nicht präsent ist, verschenkt wertvolles Potenzial.


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Ein Blick in die Zukunft: Agentic Commerce

Während Conversational Commerce sich bereits in vielen Unternehmen etabliert hat – häufig durch klassische Lösungen wie Live-Chats oder regelbasierte Chatbots – gewinnt er durch den zunehmenden Einsatz intelligenter KI-basierter Systeme kontinuierlich an Bedeutung. Gleichzeitig zeichnet sich mit Agentic Commerce eine mögliche nächste Evolutionsstufe ab. Gemeint sind KI-Systeme, die nicht nur auf Eingaben reagieren, sondern im Sinne des Nutzers selbstständig handeln – etwa indem sie Angebote vergleichen, Entscheidungen abwägen oder Empfehlungen aussprechen, ohne dass eine direkte Interaktion notwendig ist.

Der interaktive Dialog, wie wir ihn heute kennen, tritt dabei in den Hintergrund. Stattdessen übernehmen KI-Agenten proaktiv Aufgaben – immer häufiger auch im Auftrag ihrer Nutzer.

Laut Gartner zählt agentenbasierte KI zu den wichtigsten Technologie-Trends des Jahres 2025. Unternehmen könnten damit eine Art virtuelle Belegschaft aufbauen, die menschliche Teams ergänzt, entlastet und Prozesse effizienter gestaltet.⁷

Doch so vielversprechend das klingt – der Schritt hin zu autonomen KI-Systemen wirft auch neue Fragen auf: Wann vertraut man der KI so weit, dass sie tatsächlich selbst entscheiden darf? Wie lässt sich sicherstellen, dass diese Entscheidungen im Interesse der Nutzer getroffen werden? Und welche Leitplanken braucht es, um Verantwortung und Kontrolle klar zu regeln?

Agentic Commerce liegt aktuell noch in der Zukunft – bietet aber spannende Perspektiven für die Weiterentwicklung des digitalen Handels.

Fazit: Conversational Commerce als Schlüssel zu moderner Shopping Experience

Der digitale Handel wird immer dialogorientierter. Conversational Commerce ist kein neues Konzept, gewinnt durch technologische Fortschritte im Bereich KI und großer Sprachmodelle (LLMs) jedoch zunehmend an Bedeutung. Intelligente, dialogbasierte Anwendungen wie Chatbots, Sprachassistenten und KI-gestützte Shopping Assistants machen den digitalen Handel persönlicher, direkter und effizienter. So bietest du deinen Kunden individuelle Beratung, schnellen Support und intuitive Kaufprozesse – genau dort, wo sie bereits interagieren. Auf diese Weise verbesserst du nicht nur den Service, sondern baust echte Nähe und Vertrauen zu deiner Zielgruppe auf. Du präsentierst dich als moderne Marke, die erkannt hat, worauf es ankommt: ein herausragendes Kundenerlebnis und langfristige Kundenbindung. Wenn du heute in Conversational Commerce investierst, sicherst du dir die Loyalität und Zufriedenheit deiner Kunden von morgen.

Quellen: ¹ McKinsey, ² LocaliQ, ³ Leadoo, ⁴ Nordlight Research, ⁵ Glassix, ⁶ invesp, ⁷ Gartner

Häufige Fragen zu Conversational Commerce

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Sarah, Junior Content Marketing Manager bei epoq
Sarah Birk
Online Marketing Manager - Content & SEO
Sarah ist als Online Marketing Manager – Content & SEO bei Epoq tätig und damit für den Content-Bereich zuständig. Ihr Tätigkeitsgebiet erstreckt sich von der Content-Planung über die -Konzeption bis hin zur -Analyse und -Optimierung der verschiedenen Content-Formate unter Berücksichtigung wichtiger SEO-Aspekte.